Die Zwerge von Markus Heitz
Ich bin jetzt etwa zu einem Drittel durch „Die Zwerge“ und bisher macht das Buch vor allem eines richtig: Es unterhält. Die Welt wirkt lebendig, die Landschaften sind gut beschrieben und ich kann mir vieles sehr plastisch vorstellen. Genau das, was ich mir von klassischer Fantasy erhoffe.
Ein Punkt beschäftigt mich allerdings: die Hauptfigur Tungdil. Seine Entwicklung geht mir bislang etwas zu schnell. Gerade noch ist er ein Schmied bei den Menschen, gleichzeitig aber erstaunlich gebildet, sprachgewandt – und sobald es darauf ankommt, kann er scheinbar auch problemlos kämpfen. Das wirkt auf mich etwas zu glatt.
Mir fehlt bisher ein bisschen der Widerstand, das Scheitern, das langsame Hineinwachsen in die Rolle. Stattdessen entsteht der Eindruck, dass er vieles einfach schon kann oder sehr schnell „freigeschaltet“ wird. Das macht ihn zwar zu einem funktionierenden Helden, aber noch nicht zu einer Figur, die sich ganz echt anfühlt.
Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich, dass immer und permanent von Umläufen statt Tagen / Jahren gesprochen wird. Das liest sich sperrig und stört.
Trotzdem: Die Geschichte trägt mich weiter. Ich bin gespannt, ob sich meine Wahrnehmung im weiteren Verlauf noch verändert.